Rhonegletscher

Der Rhonegletscher wird teilweise auch "Rottengletscher" genannt und liegt als Talgletscher im Quellgebiet der Rhone. Seine durchschnittliche Breite beträgt etwa 1 km. Seinen Ursprung hat er am Dammastock, auf rund 3'600 Meter Höhe. Die ersten 2,5 km des Eises wird "Eggfirn" genannt und auf 3'080 Meter Höhe ist der Gletscher mit dem nördlich angrenzenden Triftgletscher verbunden. Das Eis des Rhonegletschers fliesst mit einem Gefälle von durchschnittlich 14 % durch leichte Windungen nach Süden, vorbei am Tieralplistock (3'383 m ü.M.), dem Gärstenhörnern (3'189 m ü. M) und dem Galenstock. Die Gletscherzunge befindet sich oberhalb enes steilen Fellshangs, wo schliesslich die Rhone entspringt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichte die Gletscherzunge noch über die steile Fellskante hinaus, bis in die Talebene von Gletsch auf rund 1'800 m ü.M. An den abgelagerten Moränenmaterialien und den glattgeschliffenen Felsen im Tal, sind die Spuren des Eises heute noch gut zu erkennen.

Der Rhonegletscher ist einer der besten erforschten Gletscher im Alpenraum. Bereits im Jahre 1874 begann man mit den ersten geologischen Messungen, die seither fast lückenlos weitergeführt wurde. Auch heute noch werden regelmässig Fliessgeschwindigkeiten und Fliessrichtung des Eises in den einzelnen Gletscherabschnitten untersucht und die Daten erfasst. Es existiert sogar ein Buch mit dem Titel "Vermessung am Rhonegletscher 1874-1915". Seit 1874 ist der Rhonegletscher pro Jahr durchschnittlich 8,5 km zurückgegangen und hat jählich etwa 25 cm an Eisdicke verloren.

Während der Eiszei füllte der Rhonegletscher das gesamte Walliser Rhonetal mit einer bis zu 2'000 Meter dicken Eismasse. Er vereinigte sich mit den Gletschern aus der Berner- und Walliser Alpen und bildete die grösste Eissfläche aller alpinen Gletscher. Am Genfersee teilte er sich in zwei Arme, von denen der eine weiter talabwärts zur Rhone, bis in die Gegend östlich von Lyon reichte. Der andere Arm reichte nach nordosten, wo er das ganze westliche Mittelland mit Eis bedeckte und sich in der Region Bern mit dem Aaregletscher vereinigte.

Das Besonder am Rhonegletscher ist seine leichte Zugänglichkeit, denn er befindet sich direkt an der Furkastrasse, einer begehrten Reiseroute über den Furkapass. Hier kann man auch noch eine Eisgrotte besuchen und sich über den Gletscherschwund im vergangenen Jahrhundert informieren. Wer unbedingt einmal einen Gletscher aus nächster Nähe sehen will, dem bietet der Rhonegletscher die beste Gelegenheit dazu. 

Daten
Lage: Oberwald (VS)
Länge: 8 km
Fläche: 17,6 km2
Längenänderung 2014: - 27,6 m
 
Gefahrenklasse
Der Rhonegletscher wird als mittelfristig keine Gefahr erkennbar beurteilt.
 
Schaden
17. Juli 1934: Das Zungenende befand sich im Bereich der Steilstufe. Die erhöhte Eissturzaktivität an der Gletscherfront staute den Gletscherbach temporär. Am 17. Juli 1934 brach der Eisdamm und produzierte eine Schwallwelle. Dieses Ereignis forderte zwei Menschenleben und eine Verletzte.