Allalingletscher

Der Allalingletscher hat seinen Ursprung auf dem Gipfel des Strahlhorns in 4'190 m Höhe. Gegen Westen ist er über den Allalinpass mit dem Mellichgletscher verbunden. Die Gletscherzunge reicht bis nordwestlich des Staudammes am Mattmarksee. Das Eiswasser speist die Saaser Vispa, die durch das Saastal zur Rhone fliesst. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichte die Gletscherzunge bis ins Tal der Saaser Vispa hinunter. Dort staute er einen See auf, der in den Jahren zwischen 1589 und 1850 immer wieder für Überschwemmungen im Saastal führte. Die Gefahr von Hochwasser war so gross, dass viele Talbewohner auswanderten. Erst im Jahre 1926, als man ein Stollen zur Ableitung des Seewassers durch den Fels am östlichen Talhang getrieben hatte, war die Gefahr (vorerst) gebannt.

Als später das Eis zu schmelzen begang, entwickelte sich eine neue Gefahr für die Bewohner. Die Gletscherzunge verlor immer mehr an Stabilität und es drohnten grosse Eisblöcke über die Felskanten ins Tal zu stürzen. Während des Baus des Mattmarkstaudamms löste sich plözlich eine Eismasse von rund 500'000 m3 (nach ETH Zürich sogar 2 Mio m3) vom Gletscher, die am Dammfluss einige Baueinrichtungen verschüttete. Bei dieser Katastrophe kamen 88 Menschen ums Leben.
Ende Juli im Jahr 2000 ereignete sich ein ähnliches Ereignis, diesmal jedoch ohne Schaden. 

Daten
Lage: Quellgebiet Saaser Vispa (VS)
Länge: 6,5 km
Fläche: 9,87 km2
Längenänderung 2014: - 8,6 m
 
Gefahrenklasse
Der Ferpèclegletscher wird als mittelfristig als gefährlich beurteilt.
 
Schaden
30./31. Juli 2000

Am 30. Juli um 8:52 vormittags löste sich ein Teil der Zunge orographisch links. Die Hauptmasse stürzte in die Mulde oberhalb der Wasserfassung und dadurch wurde diese ganz verschüttet. Am nächsten Tag brach am Sichelgraben ein noch grösser Teil der Zunge ab. Die orographisch linke Hälfte der Lawine stürzte in den Talboden ohne Schäden anzurichten. Das gesamte Absturzvolumen betrug etwas über 1 Mio. m3 Eis.